Smarte Betriebsversammlung

Hülsta in Stadtlohn | Erschließungsprojekt

Situation: Belegschaft beteiligen

  • Die Vertrauensleute und der Betriebsrat wollten die Meinungen der Beschäftigten zu den Sanierungskonzepten des Arbeitgebers sichtbar machen.
  • Auf einer Klausur bereiteten die Vertrauensleute mit der IG Metall Bocholt die beteiligungsorientierte Betriebsversammlung intensiv vor.

Umsetzung: Tacheles reden, Vorschläge einbringen

  • »Wir reden Tacheles« – unter diesem Motto wurden die Beschäftigten von den Vertrauensleuten mit Fragebögen eingeladen, sichtbar zu machen, was im Betrieb schlecht läuft.
  • Die Beteiligung war hoch – rund die Hälfte der Fragebögen kam ausgefüllt zurück.
  • Hoher Redebedarf bei den Beschäftigten: Die rund 300 Rückmeldungen wurden ausgewertet und auf 32 Kritikpunkte geclustert, die folgende Überschriften hatten: Geld verbrennen, Führung, Imageverlust.
  • Mit diesen Inhalten gingen die Aktiven in die Betriebsversammlung. Die Themen wurden auf Papier visualisiert, einzeln vorgelesen und an einer großen Wand befestigt.
  • Dann fragten die Vertrauensleute nach eigenen Ideen: In Murmelgruppen – gemäß dem Motto »Du bist der Chef« – wurde überlegt, welche Lösungsansätze die Beschäftigten sehen. Die Vorschläge wurden mithilfe einer App via Smartphone gesammelt, thematisch zusammengefasst und der Belegschaft zur Abstimmung vorgelegt.
  • Ab diesem Zeitpunkt nahm die Geschäftsleitung an der Betriebsversammlung teil. Als sie mit den Lösungsvorschlägen konfrontiert wurde, gab sie ein recht schwaches Bild ab. Bei den Beschäftigten kam die Botschaft an: Vertrauensleute und IG Metall arbeiten konstruktiv und lösungsorientiert zusammen.
  • Vertrauensleute und Betriebsrat können mit den Lösungsansätzen in detaillierte Verhandlungen mit der Geschäftsleitung gehen, sind jetzt handlungsfähiger als zuvor.
  • Es konnten neue, junge Vertrauensleute in allen drei Teilbereichen (zwei Werke und Verwaltung) gewonnen werden, in der Verwaltung gibt es erstmals Vertrauensleute.

 

Wir haben diese Aktion mit den Vertrauensleuten zusammen gemacht. So entstand nicht der Eindruck, hier wird etwas von außen übergestülpt. Die Vertrauensleute auch mal machen
lassen – dabei kamen ganz unerwartete und tolle Ergebnisse heraus und der Spaßfaktor steigt.

Gerlinde Schenk, IG Metall Bocholt

Ich finde es gut, weil …

die Belegschaft wieder Gehör gefunden hat und wir jetzt mit den Lösungsansätzen detaillierter in die Verhandlungen mit der GL gehen können.

Britta Heisterkamp, Vertrauensfrau Hülsta-Verwaltung

alle mitgemacht haben und wir dem Arbeitgeber gezeigt haben, dass sich etwas verändern muss.

Herbert Brillert, Vertrauensmann Hülsta-Werk Stadtlohn